Ich bin …

In verschiedenen Zusammenhängen rede ich von mir selbst als die Mutter von …, die Frau von …, die Nachbarin von …, die Freundin von …. Dazu kommt noch: Ich glaube an, ich bin überzeugt von … Alle meine Bezugspersonen sind mir angenehm, eine positive Referenz: Meine Kinder, mein Mann, meine Geschwister und so weiter. Es wird auch (noch) wohlwollend gesehen, wenn Menschen an etwas glauben oder im jeweiligen Umfeld akzeptierte Überzeugungen vertreten. Was aber, wenn mir Bezugspersonen oder meine Überzeugungen unangenehm oder peinlich sind? Erwähne ich sie dann auch?

Wenn nicht: Ich bin Dagmar, eine mittelalte Frau in Deutschland. Ich arbeite zu Hause, gehe gern laufen, schreibe alles mögliche auf, brauche normal viel Schlaf, liebe die englische Sprache, bin eher extrovertiert usw.

Ohne Bezüge bin ich ein nicht besonders klar definierter Mensch. Erst die Gemeinschaft mit anderen macht mich zu der, die ich bin – ob ich es will oder nicht. Erst die Nähe oder Distanz zu anderen Menschen und vor allem Meinungen, Ansichten, Überzeugungen ermöglicht ein eindeutigeres Bild von mir.

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