In alten Fotoalben entdecke ich: wie wir als Familie früher gefeiert oder Urlaub gemacht haben, viele mittlerweile verstorbene Verwandte und Freunde … und so manche modische Verwirrung:
Meine Großmütter tragen bei festlichen Anlässen jahrein, jahraus dieselben Kleider und sehen gut darin aus und vertraut. In ihrer Generation war Modebewusstsein ein seltenes Privileg; entsorgt wurde nur, was kaputt war oder nicht mehr passte.
Dagegen zeigen die Versuche, mich als Heranwachsende zu besonderen Gelegenheiten besonders hübsch zu kleiden, verheerende Ergebnisse. Mein Konfirmationskleid ist zwar selbst genäht, aber trotzdem kein positives Beispiel für ein Unikat. Offenbar hatte ich damals keinen eigenen Stil oder zu wenig Ich-Stärke, diesem treu zu sein.
Das macht diese Fotos zwar zu einer interessanten Reise in eine andere Zeit, aber für mich persönlich absolut ungeeignet für stolzes Umherzeigen. Aufheben werde ich nur zwei oder drei Beispiele. Diese werden unsere Kinder zum Schweigen bringen, wenn sie sich beschweren, ich hätte sie als Kleinkinder in geschmacklose Outfits gesteckt.

