Holz hacken ist leichter

„Man muss heutzutage flexibel einsetzbar sein, denkst du nicht?“, fragt mich ein sehr junger Angestellter unseres Supermarktes. Ich habe keine Ahnung, ich bin nicht berufstätig. „Ach ja, du bist Hausfrau“, sagt er. „Und Mutter“, ergänze ich. Er lächelt ein wenig verständnislos – so als wäre das dasselbe. „Mutter ist mehr Arbeit als Hausfrau“, schiebe ich deshalb hinterher. Jetzt schaut er tatsächlich ungläubig. Eine Frau hinter mir mischt sich ein: „Manchmal ist Holz hacken leichter.“ Sofort erinnere ich mich an mein Studium: Ich wohnte mit sieben anderen auf einem Bauernhof, die Zimmer waren nur mit Holzöfen beheizbar. Für das Brennmaterial hatten wir selbst zu sorgen. Die Frau hat recht: Holz zu hacken ist vergleichsweise leicht (und monoton); es lässt sich immer mal ein Stündchen damit füllen und irgendwann ist man fertig. Der Job als Mutter ist abwechslungsreicher, funktioniert nicht stundenweise und dauert viel länger.

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