Wie viele sind zu viele?

Ich war mit zwei Kindern unterwegs. Wir kommen zurück und werden herzlich empfangen. Beim Abendbrot geht es trubelig und eher laut zu – wie immer. Mein ältester Sohn: „Es war echt wohltuend, als ihr nicht da wart! Keiner hat Klavier gespielt oder Fußball im Wohnzimmer, keiner gesungen. Wir haben auch nicht um Quatsch gestritten oder provoziert.“

Mir fällt der Titel eines Buches ein, der lautet: „Wir waren immer viele“. Es geht darin um die geburtenstärksten Jahrgänge in Deutschland, um 1964 bis 1967. Irgendwie passt er auch zu unserer Familie. Allerdings ist er derzeit eher negativ besetzt: weil man nicht ohne weiteres zu Wort kommt, die letzte Tomate erstritten, viel geteilt und die anderen manchmal einfach nur ertragen werden müssen. Dass eine Familie mit „vielen“ Kindern bereichernd ist und der Einzelne Streiten und Versöhnen täglich einüben kann – das erleben die Kinder momentan noch nicht nur als positiv. Aber vielleicht später in der Retrospektive – wie in dem Buch.

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