Theoretisch: gut, praktisch: Luft nach oben

Wir diskutieren über Sinn oder Unsinn einer in der Schule verfassten Hausarbeit. Das Ziel derselben ist es, hinterher mehr über wissenschaftliches Arbeiten zu wissen als vorher: wie man recherchiert, Quellen korrekt benennt, das Wichtige vom Unwichtigen trennt und seine Erkenntnisse gut lesbar und verständlich zu Papier bringt. Das bisherige Konzept: Die Schüler belegen ein Seminarfach und schreiben anstelle von Klassenarbeiten eine kurze und eine längere Facharbeit – die Ergebnisse zählen nur wenig für die Gesamtnote.

Mein Sohn und ich zweifeln, dass dieses Format hilft, wissenschaftliches Arbeiten zu erlernen. Stattdessen suchen die meisten Schüler sich ein vermeintlich leichtes Thema, arbeiten dieses flüchtig ab und hoffen auf eine gnädige Note: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Mein Mann dagegen sieht das Ganze positiver. Wo wenn nicht in der Schule könne man erste Erfahrungen mit wissenschaftlichem Arbeiten machen?

Wir diskutieren über diesen speziellen schulischen Bildungsansatz – und reden doch aneinander vorbei. Während mein Sohn und ich die praktische Umsetzung bemängeln, begrüßt mein Mann die theoretische Idee dahinter.

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