Nicht dazu gekommen?

„Ich bin nicht dazu gekommen, mich früher zu melden“, beginne ich meinen Brief und muss lächeln: Es klingt passiv – so, als könne ich nichts dafür. Dabei ist es ein sehr aktiver Vorgang, „zu etwas zu kommen“ oder eben nicht. Ich bin nicht früher zu diesem Brief gekommen, weil ich andere Dinge lieber tun wollte oder wichtiger fand. Meine Prioritätenliste lege ich selbst fest – auch wenn ich natürlich gewissen Zwängen unterliege.

Für mich jedenfalls gilt: Zum Joggen bin ich in den vergangenen 30 Jahren fast durchgängig gekommen – zum Klavierspielen nicht. Viele Briefe habe ich (früher oder später) geschrieben, Zeit mit unseren Kindern verbracht, mich draußen aufgehalten, Bücher gelesen und einiges mehr.

Wenn uns etwas wirklich wichtig ist, kommen wir auch dazu. Was wir lieben, vernachlässigen wir nicht.

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