Manuell

Die meisten Autos in den USA haben ein Automatik-Getriebe. Auch einige meiner Verwandten in Deutschland schwärmen mittlerweile: „Einmal Automatik – immer Automatik.“ Aber mindestens ein Amerikaner, nämlich Malcolm Gladwell, schätzt es, wenn Menschen manuell schalten können (oder es lernen möchten). Ich kann ihn verstehen, obwohl ich nicht so Auto-begeistert bin wie er. Für Malcolm Gladwell haben Menschen, die manuell schalten können (wollen) eine gewisse Einstellung: Sie möchten gern etwas können, was nicht jeder kann, und erleben dadurch, wie eine Routine-Aktivität zu einem Ereignis wird. Auch mir gefällt es, aktiv und `nah dran´ am Fahrvorgang zu sein und selbst zu schalten – auch wenn das für Vielfahrer im Stadtverkehr eine Last ist.

Manuelle Arbeit hat einen Wert; wenn ich weiß, wie´s geht, kann ich mir guten Gewissens von einer Maschine helfen lassen – nicht nur beim Autofahren:

Obwohl es laut Zahnarzt mit der elektrischen Zahnbürste besser geht, war es mir wichtig, dass unsere Kinder auch mit einer Hand-Zahnbürste gründlich putzen lernen.
Ein Taschenrechner erleichtert und beschleunigt das Rechnen in der Schule – und wird gern benutzt. Dennoch halte ich Überschlag- und Kopfrechnen sowie das Wissen um Rechenwege für unerlässlich.
Wir leben in Zeiten von Autokorrektur, Rechtschreibprogrammen und Abkürzungen; ein großer Teil der schriftlichen Kommunikation erfolgt digital. Für mich bleibt es trotzdem erstrebenswert, mit der Hand sowohl leserlich als auch korrekt schreiben zu können.

Eine Antwort auf „Manuell“

  1. . . . dem kann ich (wie so oft!) und möchte ich – endlich mal wieder! -voll und ganz zustimmen

    mit den üblichen wurmstichigen Grüßen!

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