Knausrig oder maßvoll

Bei uns gibt es immer wieder Verhandlungen ums Geld. Nicht alle sind gleich bescheiden – und es ist nicht so leicht, zwischen maßvoll und knausrig zu unterscheiden. Wie viel gebe ich aus für was, welche Einteilung ist gut? Jeder handhabt das anders; aber der Überfluss, in dem wir heutzutage leben, macht ein Maßhalten schwer.

Wenn immer genug da ist, bereitet das mein Kind nicht darauf vor, sich genügen zu lassen, auf etwas sparen oder sich zwischen zwei Wünschen entscheiden zu müssen. Vielleicht geht das Leben so weiter, vielleicht wird mein Kind von Anfang an einen sehr lukrativen Job haben. Vielleicht auch nicht. In beiden Fällen ist es für mich ein Wert, sich freiwillig zu beschränken und NICHT alles GLEICH zu erwerben, wonach mir der Sinn steht. Wie aber vermittle ich diesen Wert, ohne als eine knausrige Mutter wahrgenommen zu werden, die ihrem Kind eine Freude nicht gönnt?

Vorleben allein scheint nicht auszureichen: Ich bin in diesen Fragen nicht Orientierung für mein Kind, die Freunde sind es. Und diese scheinen ALLE aus Elternhäusern zu kommen, in denen ALLES möglich ist und ALLES möglich gemacht wird. Wenn ich meinem Kind glauben darf. Dagegen kann ich nur als knausrig wahrgenommen werden – ob ich es will oder nicht.

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