Der Teller und sein Rand

Seit kurzer Zeit lese ich zusätzlich zu unserer Tageszeitung eine Wochenzeitung. Die Artikel behandeln zum Teil dieselben Themen – und dennoch ist es keine „doppelte“ Lektüre: Die Tageszeitung vermittelt mir ein Bild der momentanen Lage – und lässt wenig Raum für Interpretation. Die Wochenzeitung dagegen präsentiert die Weltsituation eher aus verschiedenen Perspektiven; eine Meinung muss ich mir dann schon selbst bilden.

Ich finde es ein bisschen anstrengend, mich mit unterschiedlichen Blickrichtungen auseinanderzusetzen – die alle gleichermaßen plausibel sind. Meine eigene Position zu finden, wird dadurch nicht leichter. Auch „gefallen“ mir manche Denkweisen nicht, die von meiner eigenen klar abweichen – egal wie gut sie formuliert sind. Trotzdem fühlt sich das Lesen dieser Wochenzeitung an wie eine Befreiung: Die Welt ist in jeder Hinsicht komplexer, als unsere Tageszeitung mich vermuten lässt. Das nennt man wohl „über den Tellerrand schauen“.

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