Vom Planen

Ich erinnere mich an einen kurzen Aufenthalt in einer Art Jugendherberge in Australien: `Geplant´ hatte ich zwei Tage. Sintflutartige Regenfälle verhinderten für eine knappe Woche jede Weiterreise. Nach anfänglichem Murren einiger Gäste arrangierten wir uns miteinander, kochten gemeinsam, erlebten überflutete Straßen und verbrachten eine gute Zeit. Vorab `ungeplant´ nahm mich anschließend ein anderer Gast mit auf eine dreitägige und über 1.500 Kilometer lange Tour, die bei seiner sehr gastfreundlichen Familie in Melbourne endete. Ohne den Regen wäre ich `planmäßig´ weitergezogen, wäre wahrscheinlich nie in den Süden gekommen – und hätte heute keinerlei Erinnerung mehr an diesen Teil meiner Reise. So aber hat er sich eingebrannt als ein besonderes Erlebnis.

Wenn Kinder planen …

Beim Einkauf treffe ich einen Freund mit seinen beiden kleinen Töchtern. Die Dreijährige schiebt den Kinderwagen, in dem die sieben Wochen alte Schwester liegt und schläft. Wir reden ein bisschen darüber, wie es läuft mit dem Baby und was wir planen fürs Wochenende. Die drei wollen zunächst weiter – Frühstücksbrötchen holen und zurück nach Hause. „Danach“, so der Vater mit Blick auf seine Tochter, „ist für uns klar, was wir am Wochenende machen: essen und spielen.“ Ich lächle ihn an. Mit kleinen Kindern sind die Pläne fürs Wochenende überschaubar. Mit großen Kindern sind sie das auch: Die wollen essen und schlafen …