Natürlich

Wir reden viel über Hygienestandards derzeit. Geschäfte werben damit, dass sie für die aktuell nötigen Abstände und Reinigungsmöglichkeiten sorgen können. Meist geschieht dies durch bereitgestelltes Desinfektionsmittel, Tücher sowie Plexiglas-Scheiben hier und dort. Auch in den demnächst öffnenden Schulen sollte natürlich für minimale Ansteckungsgefahr gesorgt sein. Dazu gehört, dass Abstände eingehalten werden und es die Möglichkeit gibt, sich regelmäßig die Hände zu waschen. Soweit so gut.

In einer Verlautbarung lasen meine Kinder, wie beispielsweise das mit dem Händewaschen gehandhabt werden soll: Nach jeder Pause und jedem Essen müssen die Schüler sich natürlich die Hände waschen. Es darf immer nur ein Schüler in den Sanitärbereich – klar, die Abstände; die Hände sollen 30 Sekunden lang gewaschen werden – wie man das heute so macht. Für 100 Schüler dauert das bei zwei verfügbaren Sanitärbereichen genau 25 Minuten, bis alle Schüler nach der Pause wieder am Unterricht teilnehmen können.

Natürlich gibt es nicht nur zwei Toiletten pro Schule; natürlich gehen bald nicht nur 100 Schüler wieder auf eine Schule. Und natürlich ist das eine sehr einseitige Betrachtung der Schulöffnung: Ich könnte auch noch über die Abstandsregeln nachdenken und darüber, wer darauf achten wird, dass diese eingehalten werden. Und schon haben wir eine super Illustration davon, dass sich zwischen Theorie und Praxis manchmal unüberschaubar große Klüfte auftun…

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