(Meinungs-)Vielfalt

Wir reden über Corona und können uns nicht einigen. Ich kenne kaum ein Thema, zu dem es so viele unterschiedliche Positionen gibt. Vielleicht offenbart Corona aber auch nur die Vielfalt unserer Meinungen. In unserer von Informationen gefluteten Welt sind heute wichtige Themen normalerweise schnell wieder „Schnee von gestern“ – Corona hält sich hartnäckig: Das Virus beherrscht seit Monaten unsere Gespräche, unser Denken, Tun und Fühlen. Wir haben Zeit, eine eigene Position zu finden; diese wird beeinflusst von einer unüberschaubaren Menge an Faktoren: Verschiedene Sach-Informationen spielen eine Rolle, aber auch emotional gefärbte Kommentare in Zeitungen, dem Internet und beim Nachbarn und nicht zuletzt unsere eigene Befindlichkeit und Prägungen. Außerdem müssen wir wöchentlich auf neue Verordnungen reagieren. Dem einen gelingt das besser, dem anderen schlechter.

Wir könnten uns also trefflich streiten über dieses Virus und die Maßnahmen zu dessen Eindämmung – nur bringt das nichts. Ob wir es wollen oder nicht, wie auch immer wir zu Corona stehen: Wir müssen leben mit dem Virus und mit dem, was es direkt und indirekt auslöst in unserem Land und Leben. Nicht viel davon können wir beeinflussen – selbst wenn wir täglich auf die Straße gingen und unsere Meinung öffentlich verkündeten. Mal wieder ist unser Umgang mit den Umständen das Einzige, was wir in der Hand haben. Und auch das gelingt dem einen besser und dem anderen schlechter.

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