Es gibt immer ein Aber?

Stimmt, habe ich gesagt, aber das war vielleicht ein bisschen vorschnell. Im Hebräischen gibt’s nämlich keins, die sagen einfach immerzu „und“. Das wirbelt mein Denken durcheinander und (nicht aber!) kann die Schwere aus manchen Sätzen nehmen. Ein „aber“ relativiert nicht nur, es schwächt ab: „Es war ein wunderbarer Tag, aber es hat geregnet.“ Also war der Tag wohl doch nicht ganz so wunderbar? Dagegen: „Es war ein wunderbarer Tag, und es hat geregnet“, heißt dann wohl, der Regen war Teil des wunderbaren Tages, er hat diesen nicht geschmälert.

Im Alltag bin ich sicherlich zu un-hebräisch für ein Leben ganz ohne „aber“ – und zu spontan, zu relativierend, zu vorsichtig. Wenn ich mir Zeit lasse, ganz sicher bin und mutig, kann ich´s ab und an weglassen.

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