„Wenn ich eins kann“, fange ich an, und schon schüttelt mein Mann den Kopf, „dann ist es, unsere Vorräte im Blick zu behalten“, fahre ich leicht irritiert fort. „Jaja, mach dich nur klein“, sagt er, „wenn du überhaupt etwas kannst …“ Es ist interessant, was er heraushört aus meinen Worten, die total positiv gemeint waren – in meiner Wahrnehmung fast schon stinkend nach Eigenlob. Für meinen Mann klingen sie, als würde ich mein Licht unter den Scheffel stellen.
Ich gebe zu, dass ich mir wahrscheinlich eher weniger zutraue als mehr. Vor Jahren las ich einen Artikel zu dem Thema: Diese etwas verzerrte Selbstwahrnehmung findet sich anscheinend eher bei den Ostdeutschen. Wenn ich mich richtig erinnere, ging es um zwei Universitätspräsidenten – die einzigen, die aus dem ehemaligen Osten kamen. Damals fühlte ich mich bestätigt und gar nicht schlecht. Abgesehen davon, dass ich offenbar nicht aus meiner Haut kann, bin ich gar nicht so unglücklich mit diesem Charakterzug: Wenn überhaupt irgendwie, werde ich lieber als zu bescheiden wahrgenommen, als dass man mich für einen überheblichen Schaumschläger hält.