Er oder sie?

Eine Freundin von mir ist Lehrerin. Für einen ehemaligen Schüler musste sie kürzlich das Zeugnis neu ausstellen, weil er neuerdings eine Frau ist und anders heißt. Es war eine langwierige Prozedur, weil die Schule inzwischen mit einem anderen Computerprogramm arbeitet. Noch immer ist meine Freundin froh, dass sie das hinbekommen hat. „Inzwischen will er Lokführerin werden“, erzählt sie zum Abschluss. Man kann schon mal durcheinanderkommen; es ist kein böser Wille, und wir schmunzeln. Gut, dass er, nein sie, nicht da ist.

Vom Umgang

In eins der Geschäfte unserer Stadt gehe ich nicht gern. Es hat nichts mit dem Sortiment zu tun oder dem Preis; die jungen Verkäuferinnen sind freundlich. Ich gehe nicht gern dorthin, weil ich ungefragt und stetig geduzt werde. Würden dieselben Frauen mich auf der Straße nach der Uhrzeit oder dem Weg fragen – sie würden mich garantiert siezen. Sobald ich aber `ihr´ Geschäft betrete, nehmen die Damen mich offenbar anders wahr. Bei ihnen gelten andere Regeln und Umgangsformen. Es mag der Gang der Dinge sein oder modern; ich bin wohl einfach zu alt dafür.