Auf den Inhalt kommt es an? Nicht nur!

Ich `kenne´ eine britische Künstlerin, die sehr gut – und mit humorvollem Blick – zeichnen kann. Sie bemalt alles mögliche: Postkarten, Geschirr-Handtücher, Trinkbecher, Leinwände. Ich mag die meisten ihrer Motive und besitze ein paar Tassen von ihr; diese haben auch eine gute Haptik: schmaler Rand. Wenn ich eine von ihnen benutze, freue ich mich – das Auge isst (oder trinkt) halt mit. Egal ob Tee, Kaffee oder Wasser: Aus diesen Tassen schmeckt alles besser. Malen müsste man können!

Selber malen?

Bei uns kann niemand gut malen oder zeichnen. Dementsprechend besitzen wir keine besonderen Stifte oder Zeichenutensilien und vertreiben uns die Zeit nicht mit Malen. Meine Nichte dagegen zeichnet gern, gut und freiwillig, mit verschiedenen Farben und Untergründen. Kürzlich besuchte eine meiner Töchter ihre Cousine – und ließ sich dort zum gemeinsamen Malen überreden.

Mit fünf Farben und drei Leinwänden kam meine Tochter zurück nach Hause – fest entschlossen, hier weiter zu malen. Begeistert und hoch motiviert schwärmte sie davon, wie viel Spaß das Malen macht: „Wenn man jemanden hat, der etwas gern tut und gut kann, dann reißt einen das mit. Dann macht sogar etwas Spaß, worauf man sonst überhaupt nicht käme.“ 

Zwei Wochen später hat sie die Mal-Sachen noch nicht oft angerührt. Es wundert mich nicht: Hier fehlt ihr jemand, der gern und gut malt und sie mitreißen würde. Wenn wir Bilder von ihr sehen wollen, müssen wir sie wieder zu ihrer Cousine schicken – das täte auch der Beziehung der beiden gut.