Nichts dagegen?

In der DDR fuhren in meiner Kindheit und Jugend etwa fünf bis sechs verschiedene Autotypen über die Straßen: Trabant, Wartburg, Skoda, Dacia und Lada, vereinzelt auch einige Wolga. Wie ginge es uns heute mit einer derart begrenzten Auswahl – fünf verschiedene Typen und jeweils nur ein aktuelles Modell? Es gäbe nicht für jeden Geschmack etwas; die Auswahl fiele leichter.

Ich hätte nichts dagegen – vorausgesetzt, ein VW-Bulli wäre dabei.

Ganz gut?

„Vielleicht ist es mal ganz gut, wenn es nicht alles gibt“, sagt eine Frau, die mir aufgrund von Lieferengpässen nicht das anbieten kann, was ich gern kaufen würde. „Wir wissen genau, was wir wollen – und werfen außerdem schnell weg. Vielleicht ist es heilsam für uns, wenn wir nicht IMMER aus ALLEM wählen können.“ Sie hat recht, aber ich staune trotzdem über ihre Sicht: Ich spare mir eine Ausgabe – das ist ganz gut für mich, sie dagegen verzichtet auf eine Einnahme – das ist weniger gut für sie.

Wahl-Qual

Eine meiner Töchter möchte neue Schuhe haben – ob sie auch neue braucht, sei dahingestellt. Gestern waren wir in zwei Läden mit einer schier überwältigenden Auswahl an Schuhen. Leider blieb unsere Einkaufstour trotz des großzügigen Angebots erfolglos, aber ganz knapp:

„Wenn es die Schuhe
auch in nicht glänzend,
ohne Reißverschluss,
mit anderen Schnürsenkeln,
in einer anderen Farbe,
mit einer schlankeren Sohle,
in nicht so teuer,
ohne diesen hässlichen Aufdruck

gäbe, das wäre super.“

Wer die Wahl hat, hat die Qual – und am Ende keine neuen Schuhe.