Vernünftig

Zum dritten Mal in meinem Leben habe ich eine Gürtelrose. Jedes Mal erwischt es mich ein wenig aus blauem Himmel: Dass man sich vielleicht zu viel zugemutet hat, merkt man ja oft erst im Nachhinein. Leider ist eine Gürtelrose ziemlich lästig und auch schmerzhaft. Man kann sie behandeln, aber vor allem sollte man sich schonen. Also: Weniger tun und stattdessen ausruhen oder spazieren gehen, alles Nötige langsamer angehen, haushalten mit den eigenen Kräften. Natürlich beuge ich mich dem Diktat der Erkrankung; ich bin ausgebremst. Allerdings nervt es mich, dass ich mich nicht so belasten darf, wie ich es gern tun würde – und auch denke, dass es nötig wäre.

Und siehe da? Es funktioniert! Es geht auch in einem langsameren Tempo; es gibt immer etwas, was man nicht unbedingt machen muss, sondern einfach sein lassen kann.

Ich nehme mir (wieder) vor, langfristig besser mit meinen Ressourcen umzugehen. „Vernünftig“ ist nicht unbedingt ein Adjektiv, das mich treffend beschreibt; und von guten Vorsätzen halte ich nicht viel. Aber gerade – sozusagen in der Akut-Situation – bin ich ganz vernünftig und voller guter Vorsätze…