Will ich das wissen?

Gespräche sind dann am interessantesten, wenn sie persönlich werden. Das schafft Nähe und Vertrauen und erweitert unseren Horizont. Auch wenn Prominente zum Beispiel in Talkshows oder Interviews etwas Privates preisgeben, machen sie sich nahbar. Selbst weltbekannte Berühmtheiten sind eben Menschen und müssen Kinder erziehen, an ihrer Ehe arbeiten und haben manchmal keine Lust auf ihre Jobs. Wir schätzen diese Augenhöhe. Außerdem ist es interessant, wie „berühmter Mensch“ und „normaler Alltag“ gemeinsam funktionieren oder eben nicht.

Allerdings geht solcherart Vertraulichkeit meiner Meinung nach manchmal zu weit: und zwar in Bezug auf intime Details. Es scheint als modern und mit der Zeit gehend zu gelten, explizit und ungefragt über sexuelle Vorlieben und Erfahrungen zu sprechen und dabei keinerlei Scham zu empfinden. Jedoch entsteht hierdurch weder Nähe noch erweitern derartige Erfahrungen meinen Horizont. Geht es nur mir so, dass ich bestimmte Enthüllungen gar nicht hören will? Wie peinlich, denke ich, wenn jemand öffentlich derart nach Aufmerksamkeit schreit.