Seit etwa 500 Jahren werden Nachrichten der Allgemeinheit versendet, anfangs natürlich mit Hilfe von Postkutschen oder ähnlichem. Das dauerte. Bis zu unseren heutigen Transportstandards war es ein weiter Weg: Meine Briefe in der ehemaligen DDR brauchten eine Woche. Als die Mauer fiel und Briefe plötzlich innerhalb eines Tages beim Adressaten ankamen, war ich sehr beeindruckt. Denn ich liebe Briefe – als Absender und als Empfänger.
Und jetzt setzen die Dänen vollkommen auf digitale Nachrichten. Bei unseren nördlichen Nachbarn gibt es ab sofort keine Briefzustellung mehr; auch die Briefkästen sollen demnächst abgebaut werden. Wer einen Brief versenden will, muss dies mit privaten Anbietern tun – oder selbst abliefern.
Der Mann in unserem Schreibwarenladen mit Post-Bereich findet das ebenso bedauerlich wie ich. „Der handgeschriebene Brief stirbt aus“, sagt er, „dabei freut sich jeder mehr darüber als über eine digitale Nachricht.“ Wir sind uns einig: Solange wir können, werden wir Briefe schreiben.

