Von A nach B

In unserem diesjährigen Urlaub fahren wir in dünn besiedelte und zugleich hügelige Landstriche Deutschlands. Die Straßen sind schmal und schlängeln sich in Serpentinen sanft bergauf und bergab. Dazwischen liegende Ortschaften sind klein. Selten sehen wir Bushaltestellen, Bahngleise kreuzen wir fast nie. Hier begegnen uns verständlicherweise keine Fahrradfahrer: Für sie sind die schmalen Kreisstraßen viel zu gefährlich, ohne E-Unterstützung geht ohnehin nichts. Wer hier von A nach B kommen möchte, braucht ein Auto – wahrscheinlich ein eigenes: Ich bezweifle, dass sich car sharing durchsetzen könnte.

Eine Begegnung aus der letzten Woche fällt mir ein. Ich hatte mit einer Bekannten aus Berlin über die Führerscheine unser drei ältesten Kinder gesprochen. Für mich gehört Autofahren zur Grundausstattung; für die `Berliner kids´ ist der Führerschein – laut meiner Bekannten – nicht attraktiv: „In Berlin muss man nicht Auto fahren können, da kommst du mit dem Rad und Öffentlichen überall hin.“ Ich hatte wissend und gleichzeitig kopfschüttelnd reagiert – schließlich realisiere auch ich, welche Art Fortbewegung von der Berliner Politik präferiert wird. `Was, wenn diese `Berliner kids´ sich mal im deutschen Hinterland wiederfinden?´, hatte ich intuitiv gedacht. Keine zwei Wochen später bin ich dankbar: Unsere Kinder wären im Zweifelsfall auch außerhalb der Hauptstadt flexibel und mobil. Sollten sie sich politisch engagieren, hätten auch vermeintlich klima-schädliche Ansichten eine in der landesweiten Lebenswirklichkeit erprobte Stimme.

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