Mein jüngster Sohn fährt zu einer Freizeit. Er packt am letzten Abend – zumindest teilweise. Am Abreisetag wecke ich ihn; irgendwann steht er in großer Ruhe und Gelassenheit auf und sucht den Rest zusammen. „Ich brauche doch auch einen Schlafsack, nicht nur Bettzeug“, sagt er etwas später. Der gewählte Koffer scheint zu klein – egal: Er packt noch eine Tasche … und dann noch einen Rucksack … Für die Schuhe, die nirgendwo reinpassen, schnappt er sich eine Plastiktüte: vier Gepäckstücke im Zug?!
Mir könnten seine Reisevorbereitungen vollkommen egal sein – er ist 17 Jahre alt – und doch bin ich gestresst. Mein Sohn dagegen ist die Ruhe selbst: „Ich krieg` das hin, Mama“, sagt er beruhigend und lächelt mich an. „Loslassen“, meint die Tochter vom Sofa aus. Jaja, ich weiß, denke ich und kann doch nicht gut aus meiner (Mutter-)Haut. Es gelingt mir erst, als „das Kind“ im Zug sitzt.

