Vom Leiten und Dienen

„Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht.“
Matthäus 20, 26+27

Wer den Hut aufhat, muss einige besondere Eigenschaften mitbringen, das ist klar. Leiten kann nicht jeder. Normalerweise erwarten wir von Leitern eine hohe fachliche Kompetenz – nur die Besten an die Spitze. Dabei ist Know How aber nicht das Wichtigste. Ein Leiter braucht nicht derjenige zu sein, der weiß, wie man eine Aufgabe erledigt, eine Tätigkeit optimiert oder Prozesse effizient gestaltet. Das können seine Mitarbeiter im Idealfall mit Sicherheit besser – es ist IHR Tagesgeschäft. Stattdessen muss der Chef ein Händchen und Interesse für die Menschen mitbringen, für die er verantwortlich ist: Welche Schwächen und Stärken haben sie? Wie kann ich sie wertschätzen, ermutigen und motivieren? Die Antworten sind nicht nur von Mensch zu Mensch verschieden, sondern oft auch von Tag zu Tag – und das ist herausfordernd. Deshalb sind gute Leiter schwer zu finden. 

Jesus hat ganz richtig erkannt: Wer stolz ist, kann nicht leiten; ein Leiter braucht Demut. Er muss sich in den Dienst `seiner Leute´ stellen können (und wollen). Wenn ein Leiter das schafft – dann dienen ihm die Leute gern. Es klingt paradox, ist aber wahr: Wer anderen wirklich dient – nicht vorsätzlich, sondern ehrlich –, hat Autorität.

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