Vorbehalte

„Ist er nicht der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm.“
Markus 6, 3

Jesus kommt in seine Heimat zurück – und merkt, dass er dort nicht viel ausrichten kann: „`Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und bei seinen Verwandten und in seinem Hause.´ Und er konnte dort nicht eine einzige Tat tun, außer dass er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte.“ (Markus 6, 4)

Für Jesus galten dieselben Spielregeln, denen wir heute unterworfen sind: Gegen die Vorbehalte von Menschen, gegen ihr Schubladendenken und ihr festlegendes „Ich weiß, wer du bist und wie du tickst“ können wir wenig tun. Sind wir einmal „eingetütet“, bleiben wir dieselben – egal, wie sehr wir uns tatsächlich verändern. Auf den ersten Blick ist das wirklich schade – für uns: Wir werden nicht umfänglich wahrgenommen und vielleicht sogar völlig falsch verstanden. Auf den zweiten Blick ist es wirklich schade – für den anderen: Sein „Wissen“ verhindert, dass er staunt über uns oder sich reibt an uns, in jedem Fall aber inspiriert wird. Insgesamt ist es schade – für beide: Die Begegnung bleibt oberflächlich, nicht spannend; die Beziehung entwickelt sich nicht weiter.

„They tripped over what little they knew about him and fell, sprawling. And they never got any further.“ Mark 6, 3 ( The Message) „Sie stolperten über das Wenige, das sie von ihm wussten, fielen und blieben ausgestreckt liegen. Und dann kamen sie nicht weiter.“ (frei übersetzt)