Vom Geld

Mein Mann ist berufstätig und bekommt dafür Geld.

Ich bin nicht berufstätig und bekomme kein Geld, gebe aber aktiv Geld aus – für alles, was wir so brauchen.

Andererseits koche, putze und gärtnere ich unentgeltlich – und spare Ausgaben, die sonst anfallen würden.

Zwischendrin bin ich aktiv mit anderen Dingen beschäftigt: zuhören, helfen, vorlesen, reden, trösten, mitfreuen … Weder kosten sie Geld, noch bringen sie Geld ein: Sie sind unbezahlbar.

Der Wert von Geld

Ich liebe meine Arbeit zu Hause. Sie füllt mich ziemlich aus, und mit ihr verdiene ich kein Geld. Stattdessen erhalte ich Lob, Dankbarkeit und Wertschätzung. Natürlich kann ich über Geld verfügen, das mein Mann verdient.

Manchmal bekomme ich Geld geschenkt – auch das verdiene ich (mir) nicht. Ich erhalte es um meiner selbst willen, weil mich jemand mag oder mir etwas Gutes tun möchte. Ich muss nichts dafür leisten, freue mich darüber und gebe es aus.

Gelegentlich verdiene ich Geld mit einer Text-Arbeit. Auch über dieses Geld freue ich mich und gebe es aus. Es drückt Lob und Anerkennung aus, ist greif- und messbar. Außerdem honoriert es nicht mein Sein, sondern mein Können.

Es kann sein, dass mein Tun hier zu Hause viel wichtiger und unvergänglicher ist als alles, was ich sonst in meinem Leben leiste. Was ich selbst verdiene, ist in der Summe nicht viel Geld. Wenn ich es bekomme, „fühlt“ es sich trotzdem besonders an: Es scheint mehr wert zu sein als die anderen Finanzen, über die ich verfügen kann. Der Unterschied ist schwer beschreib- und nicht messbar, er ist eben nicht nur finanzieller Art.