Corona aus dem Fokus schubsen

Das Gebot der Stunde lautet: Abstand, Hygiene, zu Hause bleiben… Vom Fokus her klingt das nach: „Hauptsache, wir vermeiden die Ansteckung mit dem Corona-Virus – und möglichst den Kontakt zu allen und allem, was uns lieb und teuer ist“. Mir ist das zu einseitig – und zu negativ. Als gäbe es nichts, was wir sonst tun können. Dabei ist klar: Bewegung tut uns gut und Licht auch. Also raus mit uns – meinetwegen allein – und spazieren gehen, laufen oder Rad fahren. Gesünder zu essen, ist eine ebenso gute wie umsetzbare Idee. An Obst und Gemüse mangelt es nicht, und Zeit zum Kochen haben die meisten jetzt auch. Damit stärken wir unseren Körper und das Immunsystem; und vielleicht haben wir auch Spaß daran.

Denn vor allem die Seele braucht gute Nahrung: Zu viele Corona-Nachrichten ermüden, ängstigen, verunsichern uns und engen die Perspektive ein. Also hören wir anstelle der Nachrichten Gute-Laune-Musik, die uns beschwingt. Wer`s mag, singt unter der Dusche und tanzt im Wohnzimmer. Die Stilleren können mittels guter Bücher abtauchen in Corona-freie Geschichten – egal ob sie Krimis mögen, Biographien, Sachbücher oder Romane. Und wer mit offenen Sinnen unterwegs ist, findet mehr Schönes als Angst-Machendes: geschmackvolle Weihnachtsdeko in einem Vorgarten, die rote Morgensonne – und das Wissen, dass in einer Woche die Tage wieder länger werden, das Faszinierende an einer Formation Kraniche, ein Schwanenpärchen (mit ihren leicht quietschenden Fluggeräuschen) oder das wohlige Gefühl, aus dem Nieselregen in ein warmes Haus zu kommen. Wem all das nicht reicht: Freundliche Worte wirken Wunder – nicht nur, wenn man sie hört, sondern auch wenn man sie ausspricht …

Mein Fokus

„Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben… Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen.“
Psalm 46, 1-5a+6

Wo man hinschaut und hinhört: Der Fokus liegt auf dem Corona-Virus. Seit Monaten geht es darum, mal mehr und mal weniger – gerade wieder mehr. Es ist nicht so leicht, sich gedanklich mit etwas anderem zu beschäftigen, obwohl es genug anderes gäbe. Alles erscheint unwichtig, Corona scheint wichtiger zu sein. Das Virus hat sich breit gemacht in unserer Welt – egal was wir persönlich davon halten und welche Meinung wir dazu vertreten. Diesem „Corona-Fokus“ etwas entgegen zu halten, tut gut.

Gestern im Gottesdienst ging es vor allem um Jesus – wie wohltuend. Dort haben wir Corona den Raum versagt, den dieses Virus in unserem Leben und unserem Denken beansprucht. In den Fokus meiner Gedanken und meines Lebens gehört kein Virus – und auch nicht die `ergriffenen Maßnahmen´. In den Fokus meiner Gedanken und meines Lebens gehört Jesus selbst. „Die Stadt Gottes“ (die Gemeinde Gottes) kann „fein lustig bleiben“, denn „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben“. Noch versinken die Berge nicht im Meer oder fallen ein; aber selbst dann gälte für die Gemeinde Gottes: „Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben …“