Ich weiß, dass Gott mich liebt und ich nichts dafür leisten muss – und auch gar nicht könnte. Entsprechend bin ich (meist) dankbar und zufrieden. Und dann kommen sie, ganz unerwartet, diese Momente, in denen ich mich (im lästigen Vergleich mit anderen) klein fühle und unwichtig und nicht genügend. Unzufriedene Gedanken schleichen sich an wie durch die Hintertür; plötzlich sind sie da: `Du bist nicht so schön wie die und auch nicht so schlau, weniger fleißig und ambitioniert, zu inkonsequent, mittelmäßig begabt und nur bedingt erfolgreich …´
Solcher Art Selbstzweifel sind selten da, aber allumfassend und verfehlen nie ihr Ziel. Es sind Lügen, mein Kopf weiß das – und doch kann ich mein Herz kaum dagegen schützen. Ich fühle mich wie ein Ballon, dem die Luft abgelassen wurde: bin antriebslos, von mir selbst enttäuscht, unbegründet frustriert und lasse innerlich den Kopf hängen. Äußerlich merkt man mir wenig an, denke ich. In Gesellschaft reiße ich mich zusammen. Nur mein Mann spürt etwas, aber seine wohlgemeinten Worte erreichen nur meinen Verstand. Am besten, ich gehe mit Jesus spazieren und schaue weg von meinem „persönlichen Elend“. Trotzdem dauert es, bis ich mich wieder berappele und sich sowohl mein Selbstmitleid als auch meine schräge Selbstwahrnehmung in Luft auflöst. Dann geht´s.

