Mittagsschläfchen

Meine Freundin (seit kurzem Rentnerin) schreibt mir, sie mache jetzt regelmäßig ein Mittagsschläfchen. Das sei eine `Tätigkeit´, die sie neu für sich entdeckt habe.

Ich lächle, als ich das lese: Mittagsschläfchen hört sich zunächst einmal passiv an, wie Nichtstun; währenddessen passiert nichts. Während einer Tätigkeit dagegen ist man aktiv und tut, es passiert etwas. Oder?

Mein Mann ist auch ein Mittagsschläfchen-Typ, `power nap´ nennt er das: Einmal für 20 Minuten wegsacken und dann erfrischt wieder an den Schreibtisch gehen. Ich selbst lege mich mittags höchst selten hin – aus vielen Gründe. Vor allem aber kommt ein Mittagsschläfchen in meiner gedanklichen Tagesplanung nicht vor: Ich plane diese Art Pause nicht ein, also passiert sie nicht. Eine echte Pause – sei es nun durch ein Schläfchen oder in anderer Form – geschieht nur, wenn ich sie mir vornehme. Das wiederum klingt sehr nach einer aktiven Tätigkeit: Meine Freundin hat recht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.