„Was in meiner Macht stand, habe ich getan“, schreibe ich meinen Geschwistern am Ende eines langen Tages. Wir haben das Wohnheim-Zimmer, in das meine Tochter wegen ihrer Ausbildung gezogen ist, so schön gemacht, wie es eben ging: gestrichen und Möbel gerückt, erste Vorräte besorgt und noch so einiges, was jeder selbst mitbringen muss. Abends verabschieden wir uns und fahren kaputt und zufrieden wieder nach Hause. Geschafft, denke ich.
Zwei Tage später ruft meine Tochter kurz an; sie erzählt von ihrem Start. Natürlich kennt sie noch niemanden und ist: vor allem allein. Ein Zuhause muss dieser Ort erst noch werden – und dazu braucht es Menschen. Ich denke an den Satz, den ich meinen Geschwistern geschrieben habe. Ein Zimmer, in dem man sich wohlfühlt, ist eine machbare Sache; in Bezug auf Menschen, mit denen meine Tochter sich wohlfühlt, bin ich machtlos – nur Gott kann sich um solche Dinge kümmern.

