Ich habe die Wahl!

Irgendwo habe ich gelesen, dass es die kleinen Entscheidungen sind, die dem Leben eine Richtung geben. Oder so. Tägliche Routinen, die unseren Geist und Körper formen. Deutlich wird es mir bei der Frage, ob ich das Auto nehme oder das Rad. Wähle ich die bequeme, einfache Variante oder die unbequeme und beschwerliche? Fast immer fahre ich mit dem Rad; nur selten bereue ich es hinterher. Ich tue etwas für mein Immunsystem und für meinen Kreislauf, spare das Geld für Sprit und schone die Umwelt. Deshalb streife ich mir auch heute die Regenhose über und radele zum Spargelkaufen in die nächste Ortschaft. Als ich losfahre, nieselt es nur leicht, mit jedem halben Kilometer wird es heftiger. Erst als ich wieder zu Hause bin, hört der Regen auf – logisch.

Ich hätte das Auto nehmen können. Dieses eine Mal hätte weder meinem Immunsystem noch meinem Kreislauf geschadet; das Geld für den Sprit – eine Kleinigkeit. Manchmal tue ich es auch; aber heute war es gut, trotz des durchwachsenen Wetters mit dem Rad zu fahren. Bequem werde ich von allein, träge und passiv auch. Es braucht viele kleine Entscheidungen gegen den inneren Schweinehund, um aktiv und widerstandsfähig zu werden und zu bleiben.