Gestört

In unserer Nachbarschaft wohnt eine Frau mit einem – mindestens – verhaltensauffälligen Hund. Bei jedem Spaziergang kämpft sie mit ihm, muss ihn ermahnen und die Leine nicht nur festhalten, sondern ständig auf der Hut sein und mit abrupten Ausbrüchen rechnen. Der Hund trägt immer einen Maulkorb und wirkt aggressiv und bedrohlich. Vor kurzem traf ich die beiden mal wieder. Wie immer hatte sie ihre Mühe, ihren Liebling zu bändigen: Mit „Halt, lass das, Sitz!“ versuchte sie vergeblich, ihn zu beruhigen – es gelang erst, als ich vorbei und in einiger Entfernung war.

Dieses Tier ist eine Waffe, finde ich, ohne sein Frauchen vollkommen unberechenbar: was für eine Verantwortung! Ich bin ohnehin kein Hundemensch und solch ein Wauwi bestätigt mich darin. Meine Lebenszeit ist mir zu schade, in ein Haustier zu investieren, das trotz jahrelanger Bemühungen partout nicht sozialkompatibel wird.