Fleißpünktchen

Ich fahre trotz meines Urlaubs kurz ins Büro, um etwas zu erledigen, was ich gern aus dem Kopf hätte. Eine ehrenamtliche Kollegin, die ich sehr schätze, sagt grinsend: „Dagmar sammelt Fleißpünktchen.“ Sie meint es spaßig und trotzdem ist es mir unangenehm. Also versuche ich zu erklären, dass es mir – theatralisch ausgedrückt – mehr um meinen „Seelenfrieden“ geht als um meinen guten Ruf.

Ich erlebe meine Chefin als kulant, großzügig und vertrauensvoll. Meinerseits bemühe ich mich, dies zu rechtfertigen und zu honorieren: Wenn ich mehr als Dienst nach Vorschrift leiste, tue ich das, weil ich „einen guten Job“ machen will, und nicht, um gut dazustehen. Fleißpünktchen brauche ich nicht.