Einfach weg

Ob und wohin ich in den Urlaub fahren würde, fragt mich die Schwester in der Arztpraxis. Ich antworte wahrheitsgemäß und klar, während sie mir das Narkosemittel spritzt. „Dann schicke ich sie jetzt schon mal dahin“, höre ich sie noch sagen – und vorbei. Als ich aufwache, liege ich auf der anderen Seite, auf einer anderen Liege und in einem anderen Raum. Die 20 Minuten dazwischen: einfach weg.

Es fasziniert mich, wie von einer Sekunde auf die andere das Bewusstsein sich verabschiedet. Und genauso in einem Augenblick ist alles wieder da – wo ich bin und warum, worüber wir gerade noch gesprochen haben und wie der Tag für mich weitergehen wird.

Heutzutage gehören Narkosemittel zum Standard bei bestimmten Eingriffen; noch vor 200 Jahren war das unmöglich: Menschen zum Schlafen zu bringen, um sie zu operieren oder zu untersuchen. Toll, dass es immer wieder Pioniere gab – und gibt, die ausprobieren, was andere für undenkbar halten.