Dienst-Herr

Per Mail wünscht mir eine liebe Freundin – als verspäteten Neujahrsgruß – den `spürbaren Segen unseres gemeinsamen Dienstherrn´. Sie ist deutlich älter als ich, wohnt weit entfernt, hat ein vollkommen anderes Lebenskonzept als ich, ist gemeindlich anders sozialisiert … – alles unwichtig: Unser gemeinsamer Freund (und Dienstherr) ist Jesus.

Was für ein altertümliches Wort – Dienstherr! Aber es verbindet auf wundersame Weise, wer Jesus ist: Herr auf der einen Seite; und (andererseits) darin der größte Diener, den wir uns vorstellen können. Wir wollen ihm gern ähnlich sein, aber das ist nicht so leicht: Jesus hat es zwar perfekt vorgemacht; aber wir sind eben nicht wie Jesus. Wir wissen vielleicht von seinen Taten – wie er seinen Jüngern die Füße gewaschen hat – und kennen seine Worte: dass er nicht zum Herrschen, sondern zum Dienen gekommen ist. Aber unserer menschlichen Natur entspricht ein herrschender Geist eher als ein dienender. Insofern verstehe ich diesen Neujahrsgruß auch dahingehend, dass Jesus mich segnet mit dem Wunsch, anderen Gutes zu tun: schön und herausfordernd zugleich.

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