Abschied

Von allen menschlichen Beziehungen verändert sich die zwischen Eltern und Kindern wahrscheinlich am stärksten: Es ist für beide großartig, wenn Kinder klein sind – absolut vertrauensvoll und neugierig. Die Pubertät ist herausfordernd für alle; aber ein paar Jahre später ist das Miteinander neu sortiert, geklärt und wunderbar! Dann trennen sich die Wege – und es wird wieder alles anders.

Unser ältester Sohn ist 20. Er ist schon lange ein Gegenüber, geistig ernst zu nehmen, körperlich sowieso. Vor einem halben Jahr ist er ausgezogen. Das war vorher klar und an der Zeit – trotzdem war dieser Abschied nicht leicht. Der Verstand lässt sich kontrollieren; die Gefühle machen, was sie wollen. Wie man sich auf das Leben mit Kindern nur schwer vorbereiten kann, so ist auch der Abschied von ihnen ein Lernprozess. `Scheiden tut weh´, heißt es – das stimmt, vor allem am Anfang. Mit der Zeit lässt der Schmerz nach; und die Beziehung erfährt eine neue Qualität. Das ist eine tolle Phase – ich könnte mich daran gewöhnen. Allerdings liegen unsere Kinder vom Alter her dicht zusammen: Diesen Sommer verlässt uns das zweite. Der nächste Abschied lauert schon `hinter der nächsten Ecke´ … 

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