Meine Tochter findet eine Schwalbe im Stall. Sie kann offensichtlich nicht fliegen, deshalb bringt mein Kind den Vogel abends mit nach Hause. Schwalben fressen gern kleine Insekten, sagt das Internet: Wir gehen also auf Fliegenjagd. Leider sind gerade, wenn man sie mal braucht, kaum welche im Haus, und eine tote Wespe spuckt die kleine Schwalbe wieder aus. „Die weiß, was sie mag und was nicht“, sagt meine Tochter bewundernd. Ein paar Obstfliegen und eine fette unvorsichtige Fliege später sitzt der kleine Nimmersatt ungerührt auf dem Terrassenstuhl und wartet auf mehr. Weil wir ihm irgendwann nichts mehr bieten, hüpft er die Terrassentreppe runter und hockt sich neben unser Auto. „Ich kann den Vogel sowieso nicht retten“, sagt mein Kind und geht ins Bett.
Am nächsten Tag sitzt die Schwalbe noch immer im Carport – etwas unterkühlt, aber ansonsten quicklebendig. Sie schaut mich erwartungsvoll an, also nehme ich sie wieder mit ins Haus. Motiviert von so viel Lebensenergie hängt sich meine Tochter ans Telefon und findet einen Menschen, der sich um lädierte Jungvögel kümmert. Und Schluss!

